Mitarbeitende eines Lohndienstleisters bei präziser Montagearbeit mit integrierter Qualitätsprüfung

Qualitätssicherung vs. Qualitätskontrolle: Was ist der Unterschied?

Die Begriffe Qualitätssicherung und Qualitätskontrolle werden im Alltag häufig synonym verwendet. Doch wer in der Fertigung, im Qualitätsmanagement oder im Einkauf arbeitet, weiß: Der Unterschied zwischen Qualitätskontrolle, Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement ist entscheidend. Beide Begriffe beschreiben unterschiedliche Aufgabenbereiche – mit jeweils eigener Zielsetzung, eigenen Methoden und eigenen Verantwortlichkeiten. 

In diesem Artikel beleuchten wir den Qualitätssicherung-Qualitätskontrolle-Unterschied im Detail. 

Definition: Was ist Qualitätssicherung?

Qualitätssicherung (kurz: QS) umfasst alle geplanten und systematischen Maßnahmen, die dafür sorgen, dass ein Produkt oder eine Dienstleistung die festgelegten Qualitätsanforderungen erfüllt. Es geht dabei nicht um die Prüfung einzelner Bauteile, sondern um die Gestaltung und Überwachung von Prozessen. 

Die Qualitätssicherung arbeitet präventiv: Sie definiert Standards, entwickelt Prüfpläne, schult Mitarbeitende und sorgt dafür, dass Fehler gar nicht erst entstehen. 

Typische Elemente der Qualitätssicherung: 

  • Definition von Qualitätsstandards und Normen (z. B. ISO 9001, IATF 16949) 
  • Erstellung von Prüfplänen und Arbeitsanweisungen 
  • Schulung von Personal 
  • Prozessaudits und Lieferantenbewertungen 
  • Dokumentation und Rückverfolgbarkeit 
  • Kontinuierliche Verbesserung (KVP) 

Kurz gesagt: Qualitätssicherung sorgt dafür, dass die Rahmenbedingungen für Qualität stimmen.

Definition: Was ist Qualitätskontrolle? 

Qualitätskontrolle (kurz: QK) bezeichnet die operative Prüfung von Produkten, Bauteilen oder Prozessergebnissen. Hier wird konkret gemessen, geprüft und bewertet, ob ein Teil den Vorgaben entspricht – oder nicht. 

Im Gegensatz zur Qualitätssicherung ist die Qualitätskontrolle reaktiv: Sie findet statt, nachdem ein Produkt gefertigt wurde, und identifiziert Abweichungen, Fehler oder Mängel. 

Typische Aufgaben der Qualitätskontrolle: 

  • Wareneingangskontrolle 
  • Warenausgangskontrolle 
  • Maßprüfung und Sichtprüfung 
  • Funktionsprüfung 
  • Sortierung fehlerhafter Teile 
  • Dokumentation von Prüfergebnissen 
  • Einleitung von Nacharbeit bei Abweichungen 

Kurz gesagt: Qualitätskontrolle prüft, ob das Ergebnis den Anforderungen entspricht. 

Unterschied Qualitätskontrolle und Qualitätssicherung auf einen Blick

Kriterium  Qualitätssicherung  Qualitätskontrolle 
Fokus  Prozesse & Standards  Produkte & Bauteile 
Ziel  Fehler verhindern  Fehler erkennen 
Zeitpunkt  Vor & während der Produktion  Nach der Produktion 
Ansatz  Präventiv  Reaktiv 
Methoden  Audits, Schulungen, Prozessdesign  Prüfen, Messen, Sortieren 
Verantwortung  QM-Abteilung, Prozessverantwortliche  Prüfer, Qualitätskontrolleure 

Wichtig: Beide Bereiche ergänzen sich. Ohne gute Qualitätssicherung funktioniert keine Qualitätskontrolle effektiv – und ohne Qualitätskontrolle bleibt unklar, ob die QS-Maßnahmen tatsächlich wirken. 

Aufgaben der Qualitätskontrolle im Detail 

Die Qualitätskontrolle ist der operative Arm des Qualitätsmanagements. Ihre Aufgaben gehen weit über das reine „Prüfen“ hinaus: 

  1. Wareneingangskontrolle

Bevor Zulieferteile in die Produktion gelangen, werden sie auf Maßhaltigkeit, Oberflächenqualität und Vollständigkeit geprüft. So lassen sich fehlerhafte Chargen frühzeitig erkennen. 

  1. Prozessbegleitende Prüfung

Während der Fertigung werden Stichproben entnommen und geprüft. Das ermöglicht eine schnelle Reaktion bei Abweichungen. 

  1. Warenausgangskontrolle

Die finale Prüfung vor Auslieferung stellt sicher, dass nur einwandfreie Produkte das Werk verlassen. 

  1. Sortierung und Nacharbeit

Fehlerhafte Teile werden aussortiert. Wo möglich, erfolgt eine Nacharbeit, um Ausschuss zu vermeiden und Lieferfähigkeit zu sichern. 

  1. Dokumentation

Alle Prüfergebnisse werden lückenlos dokumentiert – für Rückverfolgbarkeit, Audits und kontinuierliche Verbesserung. 

Aufgaben der Qualitätssicherung im Detail 

Die Qualitätssicherung schafft die Grundlage für stabile Prozesse und gleichbleibende Produktqualität: 

  1. Normen und Standards definieren

Welche Anforderungen muss ein Produkt erfüllen? Die QS legt fest, welche Normen (ISO, VDA, IATF) eingehalten werden müssen. 

  1. Prüfpläne entwickeln

Wann wird was geprüft? Die QS erstellt detaillierte Prüfpläne, die festlegen, welche Merkmale mit welchen Methoden kontrolliert werden. 

  1. Lieferanten bewerten

Die Qualität beginnt beim Zulieferer. Die QS bewertet Lieferanten, führt Audits durch und definiert Qualitätsvereinbarungen. 

  1. Fehleranalyse und Korrekturmaßnahmen

Wenn Fehler auftreten, analysiert die QS die Ursachen und leitet Maßnahmen ein, um Wiederholungen zu verhindern. 

  1. Kontinuierliche Verbesserung (KVP)

Qualitätssicherung ist kein Zustand, sondern ein Prozess. Die QS treibt die kontinuierliche Verbesserung aller Abläufe voran. 

Warum beide Bereiche zusammengehören 

Qualitätssicherung und Qualitätskontrolle sind keine Gegensätze – sie sind zwei Seiten derselben Medaille. 

Ohne Qualitätssicherung: 

  • Keine klaren Standards 
  • Keine einheitlichen Prozesse 
  • Keine Grundlage für Prüfungen 

Ohne Qualitätskontrolle: 

  • Keine Rückmeldung aus der Praxis 
  • Keine Fehlererkennung 
  • Keine Datenbasis für Verbesserungen 

Erfolgreiche Unternehmen verzahnen beide Bereiche eng miteinander. Die QS definiert, was geprüft werden soll – die QK liefert die Ergebnisse, aus denen die QS lernt. 

Qualitätskontrolle auslagern – wann lohnt es sich? 

Viele Unternehmen stehen vor der Frage: Sollen wir die Qualitätskontrolle intern abbilden oder an einen externen Dienstleister vergeben? 

Eine Auslagerung lohnt sich besonders, wenn: 

  • Interne Kapazitäten begrenzt sind 
  • Auftragsspitzen kurzfristig abgefangen werden müssen 
  • Spezielles Equipment fehlt (z. B. 3D-Messtechnik) 
  • Unabhängige Prüfungen gefordert sind 
  • Fixkosten reduziert werden sollen 

Vorteile externer Qualitätskontrolle: 

  • Keine Investition in Prüfgeräte und Schulungen 
  • Schnelle Verfügbarkeit bei Engpässen 
  • Zugriff auf Spezialwissen und moderne Messtechnik 
  • Flexible Abrechnung nach Aufwand 
  • Unabhängige, neutrale Prüfergebnisse 

Als erfahrener Dienstleister für Qualitätskontrolle unterstützt Credo-Serve Unternehmen aus Automotive, Medizintechnik, Elektronik und Energietechnik bei der Prüfung, Sortierung und Nacharbeit von Bauteilen – vor Ort oder in unserem Prüfzentrum. 

Fazit 

Qualitätssicherung und Qualitätskontrolle sind keine Synonyme – sondern zwei eng verzahnte Disziplinen des Qualitätsmanagements. Während die QS präventiv arbeitet und Prozesse gestaltet, prüft die QK operativ, ob die Ergebnisse den Anforderungen entsprechen. 

Für Unternehmen, die ihre Qualitätskontrolle flexibel, professionell und kosteneffizient gestalten möchten, ist die Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Dienstleister eine echte Alternative zum internen Aufbau. 

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Kontaktieren Sie uns für eine unverbindliche Beratung – wir unterstützen Sie bei allen Fragen rund um Qualitätskontrolle, Sortierung und Nacharbeit. 

Weitere Informationen zu unseren Leistungen finden Sie im Überblick. 

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