Credo Serve GmbH

Qualitätsmanagement für Medizinprodukte: Qualität in der Fertigung absichern

Bei medizinischen Produkten können bereits kleine Abweichungen die Funktion, Weiterverarbeitung oder Freigabe einer gesamten Charge beeinträchtigen. Ein wirksames Qualitätsmanagement für Medizinprodukte setzt deshalb auf eindeutige Prüfkriterien, kontrollierte Abläufe und nachvollziehbare Ergebnisse.

Als externer Qualitätsdienstleister für verschiedene Branchen unterstützen wir Hersteller und Zulieferer der Medizintechnik bei operativen Aufgaben wie Qualitätskontrolle, Sortierung, Nacharbeit und Präzisionsmontage. Die Arbeiten führen wir nach den vereinbarten Kundenvorgaben aus – am Standort des Auftraggebers oder in unseren dafür geeigneten Arbeitsbereichen.

Qualitätsmanagement für Medizinprodukte: Warum jedes Detail zählt

Medizintechnische Komponenten sind häufig klein und empfindlich; ihre Maße, Oberflächen und Geometrien sind auf klar definierte Funktionen abgestimmt. Schon ein Grat, eine Maßabweichung, eine beschädigte Oberfläche oder eine Verunreinigung kann deshalb Passgenauigkeit, Montagefähigkeit oder Weiterverarbeitung beeinträchtigen.

Qualitätsmanagement in der Medizintechnik geht über die abschließende Kontrolle hinaus. Prüfvorgaben, Arbeitsanweisungen, dokumentierte Ergebnisse und eindeutige Freigabewege müssen ineinandergreifen. Verbindliche Kriterien sorgen dafür, dass Abweichungen einheitlich bewertet werden.

Je früher ein Fehler erkannt wird, desto gezielter lassen sich betroffene Teile vom Gutbestand trennen und weitere Prozessschritte absichern.

Qualitätssicherung in der Medizintechnik: Aufgaben entlang der Fertigung

Qualitätssicherung für Medizinprodukte beginnt mit klaren Vorgaben. Die maßgeblichen Anforderungen ergeben sich aus gesetzlichen und regulatorischen Vorgaben, anwendbaren Normen sowie der technischen Dokumentation des Herstellers. Daraus müssen für jedes relevante Merkmal eindeutige Sollwerte, Toleranzen und Bewertungskriterien in die Prüfanweisungen übertragen werden. Ebenso ist festzulegen, wie Prüfergebnisse dokumentiert und Abweichungen gemeldet werden.

Zu den möglichen Aufgaben gehören:

  • Wareneingangskontrollen bei zugelieferten Teilen und Materialien
  • Sicht-, Oberflächen- und Maßprüfungen nach vorgegebenen Kriterien
  • Trennung und Kennzeichnung von IO- und NIO-Teilen
  • Sortieraktionen bei auffälligen Chargen oder Reklamationen
  • Montage, Konfektionierung und Verpackung definierter Komponenten
  • Erfassung vereinbarter Prüfmengen, Fehlerbilder und Ergebnisse

Wir übernehmen die genannten operativen Aufgaben im Rahmen der externen Qualitätskontrolle und binden sie als externe Kapazität in die vorhandene Qualitätssicherung des Herstellers ein. Das gilt besonders bei Auftragsspitzen, kurzfristigem Prüfbedarf oder fehlenden internen Kapazitäten. Die dokumentierten Ergebnisse schaffen eine belastbare Grundlage für weitere Produktions- und Freigabeentscheidungen.

Bei Serienanläufen, Reklamationen und kurzfristigen Sortieraktionen ähneln die organisatorischen Abläufe teilweise denen der Qualitätssicherung in der Automobilindustrie: Bestände sperren, Prüfkriterien abstimmen und Ergebnisse dokumentieren. Die regulatorischen Anforderungen an Medizinprodukte bleiben jedoch eigenständig.

Qualitätskontrolle in der Medizintechnik: Prüfmethode am Fehlerbild ausrichten

Welche Prüfmethode geeignet ist, hängt vom Bauteil und dem konkreten Fehlerbild ab. Sichtprüfungen dienen beispielsweise dazu, Kratzer, Verunreinigungen, Materialfehler oder unvollständige Komponenten zu erkennen. Maßprüfungen gleichen relevante Abmessungen mit festgelegten Toleranzen ab.

Bei komplexen Geometrien kann eine berührungslose 3D-Messtechnik zusätzliche Messdaten liefern. Sie unterstützt bei der Kontrolle festgelegter Geometrie- und Maßmerkmale und ermöglicht einen digitalen Soll-Ist-Abgleich. Wiederkehrende Prüfmerkmale und größere Stückzahlen lassen sich je nach Auftrag manuell, teilautomatisiert oder vollautomatisiert kontrollieren.

Medizintechnische Baugruppen können elektronische Bauteile mit engen Toleranzen und empfindlichen Kontaktstellen enthalten. Dann ergeben sich Schnittstellen zu Verfahren der Qualitätskontrolle in der Elektro- und Elektronikindustrie. Sind Bauteile empfindlich gegenüber elektrostatischer Entladung, müssen geeignete ESD-Schutzmaßnahmen in der Prüfanweisung festgelegt werden. Vergleichbare Anforderungen berücksichtigen wir auch in der Energie- und Batterietechnik.

Ob eine Stichprobe ausreicht oder jedes Teil geprüft werden muss, richtet sich nach Risiko, Prozessstabilität und Kundenvorgabe. Eine 100-Prozent-Prüfung bedeutet, dass jedes Teil die vorher definierte Kontrolle durchläuft. Sie ist keine pauschale Garantie dafür, dass unabhängig von Prüfmerkmal und Verfahren jeder denkbare Fehler erkannt wird.

Präzisionsmontage als kontrollierter Teil des Fertigungsprozesses

Die Montage selbst ist ein Fertigungsschritt. Ihre kontrollierte Planung, Ausführung und Prüfung ist jedoch Teil eines wirksamen Qualitätsmanagements. Bei kleinen medizintechnischen Komponenten entscheiden richtige Positionierung, Vollständigkeit und eine gleichbleibende Ausführung über das Ergebnis. Die Arbeitsschritte sollten deshalb durch freigegebene Arbeitsanweisungen, Referenzmuster oder eindeutige Bildvorgaben beschrieben sein.

Wir übernehmen die Montage von Baugruppen sowie definierte Teilprozesse. Dazu können das Justieren, Fügen, Kleben und Zusammenstellen mechanischer oder elektronischer Komponenten gehören. Ergänzend übernehmen wir Verpackung und Konfektionierung nach den vereinbarten Produktanforderungen. Erfahrungen aus kontrollierten Verpackungs- und Konfektionierungsprozessen fließen dabei in die Auftragsplanung ein.

Nach der Montage lassen sich festgelegte Merkmale erneut kontrollieren. So wird geprüft, ob die Baugruppe vollständig ist und die vereinbarten Anforderungen erfüllt. Die Verbindung von Maß- und Montageprüfungen ist ebenfalls bei individuellen Komponenten und kleineren Serien im Maschinen- und Anlagenbau relevant.

Sauberraum für partikelsensible Komponenten in der Medizintechnik

Bei partikelsensiblen Komponenten gehört die Arbeitsumgebung zum Prüf- oder Montagekonzept. Ein geeigneter kontrollierter Bereich kann dazu beitragen, den Eintrag von Staub, Schmutz und festen Partikeln während der Bearbeitung zu reduzieren.

In unserem Sauberraum für Fertigung und Qualitätssicherung können definierte Prüf-, Sortier-, Nacharbeits- und Montageschritte an partikelsensiblen Komponenten erfolgen. Welche Umgebungsbedingungen und Nachweise erforderlich sind, legen wir vor Projektbeginn gemeinsam mit dem Auftraggeber anhand des Produkts, des Prozesses und der Kundenvorgaben fest.

Unser Sauberraum ist nicht mit einem Reinraum gleichzusetzen. Er schafft kontrollierte Bedingungen mit dem Ziel, Staub, Schmutz und feste Partikel zu minimieren. Einen Reinraum beziehungsweise eine sterile Arbeitsumgebung weisen wir nicht als eigene Leistung aus. Erfordert ein Auftrag eine konkrete Reinraumklasse, Keimkontrolle oder Sterilität, muss dies vor Projektbeginn gesondert geklärt und nachgewiesen werden.

Rückverfolgbare Qualitätskontrolle für Medizinprodukte

Prüfergebnisse sind nur dann eindeutig zuzuordnen, wenn die erforderlichen Identifikations- und Auftragsdaten dokumentiert werden. Abhängig von der vereinbarten Nachweisführung können dazu Teilenummer, Charge, Prüfmenge, Prüfzeitpunkt, Prüfmerkmal und Bewertung gehören. Erkannte Fehlerbilder lassen sich bei Bedarf durch Fotos oder abgestimmte Fehlerkategorien ergänzen.

Diese Angaben unterstützen den Hersteller bei internen Entscheidungen, Reklamationen und der Bewertung von Lieferantenabweichungen. Gleichzeitig können sie sichtbar machen, ob bestimmte Fehler innerhalb eines Bestands wiederholt auftreten.

Umfang und Form der Dokumentation werden vor dem Prüfstart vereinbart. Auftraggeber und Dienstleister sollten dieselben Bewertungskriterien verwenden und Zuständigkeiten für Meldung, Sperrung und weitere Entscheidungen eindeutig regeln. Damit liefert die Qualitätskontrolle für Medizinprodukte neben dem Prüfergebnis einen nachvollziehbaren Nachweis über den bearbeiteten Bestand.

NIO-Teile sortieren, nacharbeiten und erneut prüfen

Erfüllt ein Bauteil die definierten Anforderungen nicht, muss es vom Gutbestand getrennt und entsprechend den vereinbarten Abläufen gekennzeichnet werden. Eine dokumentierte Sortierung industrieller Bauteile reduziert das Risiko, dass NIO-Teile unbeabsichtigt in Montage, Verpackung oder Auslieferung zurückgelangen.

Ob eine Nacharbeit nach Kundenvorgabe möglich ist, hängt vom Fehlerbild und den freigegebenen Anweisungen ab. Wir übernehmen unter anderem Entgraten und Reinigen sowie Demontage- und Remontagearbeiten. Bei Komponenten für Medizinprodukte führen wir ausschließlich die ausdrücklich abgestimmten Arbeitsschritte aus.

Nach der Bearbeitung werden die relevanten Merkmale erneut geprüft. Die regulatorische Bewertung und Entscheidung über die weitere Verwendung beziehungsweise Freigabe verbleiben beim verantwortlichen Hersteller.

DIN EN ISO 13485 und MDR-Qualitätsmanagement: Verantwortung klar abgrenzen

Die ISO 13485 ist der international anerkannte Standard für Qualitätsmanagementsysteme in der Medizinproduktebranche. Sie richtet sich an Organisationen, die Medizinprodukte entwickeln, herstellen, installieren oder instand halten, und kann auch Zulieferer sowie externe Parteien einbeziehen, wenn deren Produkte oder Leistungen das Medizinprodukt beziehungsweise das zugehörige Qualitätsmanagementsystem betreffen. Die DIN EN ISO 13485 stellt dafür Anforderungen an dokumentierte Prozesse, regulatorische Einbindung und risikobasiertes Handeln.

Für ein MDR-Qualitätsmanagement liegt die Pflicht zum Aufbau, zur Dokumentation und zur Pflege eines angemessenen Qualitätsmanagementsystems beim Hersteller. Ein externer Qualitätsdienstleister kann innerhalb dieses Systems definierte Prüf-, Montage-, Sortier- und Dokumentationsschritte übernehmen. Umfang, Kriterien, Zuständigkeiten und Kontrolle der ausgelagerten Tätigkeiten müssen dabei eindeutig geregelt sein.

Mit diesen operativen Leistungen übernehmen wir nicht automatisch die Aufgaben eines QMB in der Medizintechnik. Auch regulatorische Herstellerpflichten wie Konformitätsbewertung, technische Dokumentation und Marktüberwachung gehen durch die Beauftragung nicht auf uns über.

Wir sind für Qualitätssicherung, Montageservice und Logistikservice nach DIN EN ISO 9001:2015 und DIN EN ISO 14001:2015 zertifiziert.

Externe Qualitätssicherung beauftragen: Darauf sollten Sie achten

Vor dem Projektstart sollten Prüfmerkmale, Grenzwerte und IO-/NIO-Kriterien eindeutig feststehen. Ebenso wichtig sind geeignete Prüfmittel, qualifiziertes Personal, klar geregelte Eskalationswege und eine Dokumentation, die Ergebnisse dem jeweiligen Auftrag oder Bestand zuordnet.

Prüfen Sie außerdem, ob der Dienstleister die benötigten Arbeitsbedingungen bereitstellen und auf veränderte Stückzahlen reagieren kann. Die vereinbarten Qualitätsstandards der Medizintechnik müssen sich in Arbeitsanweisungen, Prüfberichten und Freigabewegen wiederfinden. Bei Sauberraumarbeiten sollten die erforderlichen Umgebungsbedingungen ausdrücklich festgelegt werden. Für Nacharbeiten braucht es freigegebene Anweisungen und eine anschließende Kontrolle.

Für ein belastbares Qualitätsmanagement in der Medizintechnik zählt außerdem, dass ausgelagerte Leistungen klar abgegrenzt werden. Der Auftraggeber sollte festlegen, wer Prüfanweisungen freigibt, Abweichungen bewertet und über die weitere Verwendung der Bauteile entscheidet.

Wir bringen mehr als 30 Jahre Erfahrung in der Qualitätssicherung ein. Bei entsprechendem Bedarf unterstützen unsere Teams 24/7 im Dreischichtbetrieb. Unsere aktuellen Zertifikate können online eingesehen werden.

Qualitätskontrolle für Ihre Medizinprodukte anfragen

Sie möchten einen Bestand prüfen, NIO-Teile aussortieren oder Kapazitäten für Montage und Nacharbeit ergänzen? Wir unterstützen Sie bei klar abgegrenzten Aufgaben in der Qualitätssicherung für Medizinprodukte.

Für die erste Abstimmung sind Angaben zu Bauteil, Stückzahl, Fehlerbild, Prüfmerkmalen, Einsatzort, Zeitraum und gewünschter Dokumentation hilfreich. Über unser Kontaktformular können Sie Ihren Prüfbedarf übermitteln.

Häufige Fragen zum Qualitätsmanagement für Medizinprodukte

Die folgenden Antworten greifen zusätzliche Praxisfragen zu Qualitätskontrollen, externen Dienstleistern und kontrollierten Arbeitsumgebungen auf.

Was umfasst Qualitätsmanagement für Medizinprodukte?

Es umfasst die Planung, Steuerung, Überwachung und Dokumentation qualitätsrelevanter Prozesse. Im QM der Medizintechnik gehören dazu unter anderem Verantwortlichkeiten, Risikomanagement, Lieferantenkontrolle, Prüfungen und Korrekturmaßnahmen. Die Qualitätskontrolle bildet einen operativen Bestandteil dieses Systems.

Welche Rolle übernimmt ein QMB in der Medizintechnik?

Ein QMB in der Medizintechnik kann die Einführung, Pflege und Überwachung des Qualitätsmanagementsystems koordinieren. Welche Aufgaben und Befugnisse damit verbunden sind, legt das jeweilige Unternehmen fest. Externe Prüfdienstleister ersetzen die regulatorische Verantwortung des Herstellers nicht.

Wann ist eine 100-Prozent-Prüfung in der Medizintechnik sinnvoll?

Eine vollständige Prüfung kann bei kritischen Merkmalen, auffälligen Beständen, instabilen Prozessen oder ausdrücklichen Kundenvorgaben erforderlich sein. Prüfverfahren und Bewertungskriterien müssen so festgelegt sein, dass jedes Bauteil nach denselben Vorgaben kontrolliert wird.

Ist ein Sauberraum automatisch steril?

Nein. Ein Sauberraum dient der Kontrolle beziehungsweise Reduzierung von Partikeln innerhalb einer festgelegten Arbeitsumgebung. Daraus folgt keine Sterilität. Sterile Prozesse benötigen zusätzliche, produktspezifische Verfahren, Validierungen und Nachweise.

Welche Angaben benötigen wir für einen Prüfauftrag?

Für die Abstimmung sind Bauteil und Stückzahl, bekannte Fehlerbilder, relevante Prüfmerkmale und Toleranzen, Einsatzort, Zeitraum sowie die gewünschte Dokumentation hilfreich. Zeichnungen, Prüfanweisungen, Grenzmuster und Referenzteile erleichtern die Planung.

Vertrauen ist ein geliehenes Geschenk

Wir freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit

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