Qualitätskontrolle in der Produktion mit Prüfung eines technischen Bauteils

Was gute Qualitätskontrolle in der Produktion ausmacht

Ein kleiner Maßfehler bleibt selten klein: Wird er erst am Ende der Fertigung entdeckt, sind Bauteile womöglich bereits weiterverarbeitet, Liefertermine gefährdet und zusätzliche Kosten entstanden. Eine gute Qualitätskontrolle setzt deshalb an klar definierten Punkten im Fertigungsprozess an.

Bauteile, Komponenten und Endprodukte werden anhand definierter Merkmale, Toleranzen und technischer Anforderungen geprüft. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus passenden Prüfarten, geeigneten Methoden und nachvollziehbarer Dokumentation. Bei hohen Stückzahlen, engen Zeitfenstern oder fehlenden internen Kapazitäten können automatisierte Verfahren und externe Prüfteams die Qualitätskontrolle gezielt ergänzen.

Warum Qualitätskontrolle stabile Produktionsprozesse schafft

Entscheidend ist nicht nur, ob ein Fehler entdeckt wird, sondern wann. Durchläuft ein fehlerhaftes Teil weitere Fertigungsstufen, fließen zusätzlich Material, Maschinenzeit und Arbeitsaufwand hinein. Entsprechend steigen Ausschuss-, Nacharbeits- und mögliche Reklamationskosten.

Systematische Qualitätskontrolle in der Fertigung unterbricht solche Fehlerketten. Abweichungen werden an festgelegten Prüfpunkten erkannt. Betroffene Teile gelangen weder in den nächsten Arbeitsschritt noch in die Auslieferung. So lassen sich Ursachen schneller eingrenzen und die Produktionsqualität stabilisieren.

Wie sich die prüfende Qualitätskontrolle von der vorbeugenden Qualitätssicherung unterscheidet, erklärt unser Ratgeber zum Unterschied zwischen Qualitätssicherung und Qualitätskontrolle.

Aufgaben der Qualitätskontrolle: prüfen, bewerten, dokumentieren

Die Aufgaben der Qualitätskontrolle reichen von der eigentlichen Prüfung bis zum Umgang mit festgestellten Abweichungen. Für jedes Prüfmerkmal müssen eindeutige Sollwerte und Bewertungskriterien vorliegen. So folgt eine Qualitätsprüfung in der Produktion einem nachvollziehbaren Ablauf:

  • Bauteile durch optische Inspektionen, Maßprüfungen und Funktionskontrollen prüfen
  • Ergebnisse mit den Vorgaben abgleichen und Teile als IO (in Ordnung) oder NIO (nicht in Ordnung) bewerten
  • Fehlerhafte Komponenten aussortieren oder, sofern möglich, gezielt nacharbeiten
  • Abweichungen untersuchen und mögliche Fehlerursachen eingrenzen
  • Prüfergebnisse vollständig erfassen und rückverfolgbar dokumentieren

Diese Daten zeigen nicht nur, welche Teile verwendet werden können. Sie bilden auch eine belastbare Grundlage für Lieferentscheidungen, machen wiederkehrende Fehler sichtbar und helfen, Produktionsprozesse gezielt zu stabilisieren. Bei fehlenden Kapazitäten kann eine externe Qualitätskontrolle die internen Teams flexibel ergänzen.

Arten der Qualitätskontrolle: vom Wareneingang bis zur 100-Prozent-Prüfung

Welche Arten der Qualitätskontrolle geeignet sind, hängt davon ab, wann geprüft wird und welche Risiken ein Bauteil birgt. In der Produktion kommen vor allem folgende Prüfarten zum Einsatz:

  • Wareneingangsprüfung: kontrolliert zugelieferte Rohstoffe, Bauteile oder Komponenten vor ihrer Verarbeitung
  • Erstmusterprüfung: gleicht erste unter Serienbedingungen gefertigte Teile mit den vorgegebenen Anforderungen ab
  • Serienprüfung: überwacht festgelegte Merkmale während der laufenden Fertigung
  • Warenausgangsprüfung: prüft Produkte vor Freigabe und Versand
  • Dokumentierte 100-Prozent-Prüfung: erfasst jedes einzelne Teil einer Charge

Welche Qualitätsprüfung in welchem Umfang und in welchen Abständen erfolgt, lässt sich nicht pauschal festlegen. Maßgeblich sind Stückzahl und Fertigungsphase ebenso wie Kundenvorgaben, Prozessstabilität und die Folgen möglicher Fehler. Bei sicherheits- oder funktionskritischen Merkmalen kann eine lückenlose Qualitätskontrolle in der Produktion sinnvoll sein.

Von der Sichtprüfung bis zur 3D-Messtechnik: Methoden mit klarem Prüfziel

Bei der Qualitätsprüfung in der Produktion richtet sich die Methode nach dem Prüfziel. Sicht- und Oberflächenprüfungen erkennen etwa Kratzer, Verschmutzungen oder Formfehler, während Maßprüfungen Abmessungen mit festgelegten Toleranzen abgleichen.

Funktionskontrollen zeigen, ob ein Bauteil seine vorgesehene Aufgabe erfüllt. Geometrieprüfungen erfassen Form und Lage. Je nach Fehlerrisiko erfolgen diese Kontrollen stichprobenartig oder als vollständige Prüfung.

Für komplexe Formen bietet Credo-Serve zudem berührungslose 3D-Messtechnik an. Sie erfasst Bauteilgeometrien optisch und liefert dokumentierbare Messdaten. Die aufwendigste Methode ist nicht automatisch die beste. Entscheidend sind Prüfmerkmal, Toleranz, Stückzahl und Nachweisanforderungen.

Vom Prüfmerkmal zum Prüfbericht: So läuft eine Qualitätsprüfung ab

Ein typischer Prüfprozess beginnt nicht am Prüfplatz, sondern mit klaren Vorgaben. Verantwortliche legen Prüfmerkmale, Sollwerte, Toleranzen und Grenzwerte fest. Auch Stichprobengröße und Dokumentationsanforderungen gehören in die Prüfanweisung.

Für die Qualitätsprüfung in der Produktion wird anschließend die passende Methode gewählt: manuell, teilautomatisiert oder vollautomatisiert. Die Bauteile werden kontrolliert und gemessen. Der Soll-Ist-Abgleich führt zur Bewertung als IO oder NIO.

Zum Abschluss werden Ergebnisse, Mengen und festgestellte Abweichungen nachvollziehbar dokumentiert. NIO-Teile können daraufhin sortiert, analysiert oder nachgearbeitet werden. Der Prüfbericht schafft die Grundlage für Freigaben und weitere Maßnahmen.

Automatische Qualitätskontrolle in der Produktion: IO und NIO sicher trennen

Eine automatische Qualitätskontrolle in der Produktion eignet sich besonders für hohe Stückzahlen, wiederkehrende Prüfmerkmale und enge Toleranzen. Auch eine geforderte 100-Prozent-Prüfung lässt sich durch automatisierte Prüfprozesse mit gleichbleibenden Kriterien umsetzen.

Ein konkretes Praxisbeispiel ist der mobile Sortierautomat von Credo-Serve. Sein Mehrkamerasystem erfasst Bauteile berührungslos in 3D und prüft zuvor definierte Geometrie- sowie Oberflächenmerkmale.

Anhand festgelegter Grenzwerte ordnet die Anlage jedes geprüfte Teil als IO oder NIO ein. So trennt die Anlage Gutteile automatisch von fehlerhaften Teilen: IO-Teile können weiterverarbeitet oder freigegeben werden, NIO-Teile werden ausgeschleust und dokumentiert.

Die erfassten Prüfergebnisse werden digital dokumentiert und unterstützen damit Rückverfolgbarkeit sowie belastbare Qualitätsnachweise.

Fehler erkannt: So geht es mit NIO-Teilen weiter

Werden NIO-Teile erkannt, müssen sie zunächst vom Gutbestand getrennt, eindeutig gekennzeichnet und mit dem jeweiligen Fehlerbild dokumentiert werden. Eine gezielte industrielle Sortierung verhindert, dass betroffene Komponenten erneut in den Produktionsfluss gelangen.

Anschließend wird bewertet, ob sich die Abweichung technisch beheben lässt und eine Nacharbeit wirtschaftlich sinnvoll ist. Credo-Serve übernimmt etwa das Entgraten, Reinigen und optische Korrigieren von Oberflächen.

Nacharbeitsfähige Bauteile können nach erneuter Prüfung wieder freigegeben werden. Ist eine Korrektur nicht möglich, werden sie ersetzt oder verworfen. Die Nacharbeit fehlerhafter Bauteile kann verwendbare Teile erhalten und Ausschuss reduzieren.

Qualitätskontrolle in der Praxis: Beispiele aus anspruchsvollen Branchen

Wie Qualitätskontrolle in der Praxis aussieht, hängt stark vom Bauteil und seinem Einsatz ab. In der Automobilindustrie werden beispielsweise Steckverbinder, Sensoren und Dichtungen auf sichtbare Fehler, Maße oder Funktion geprüft.

In Medizintechnik und Elektronik stehen häufig empfindliche beziehungsweise partikelsensible Komponenten im Mittelpunkt. Bei Kontakten, Steckern und Baugruppen können bereits kleine Abweichungen die Weiterverarbeitung oder spätere Funktion beeinträchtigen.

Im Maschinenbau sowie bei Metall- und Kunststoffteilen zählen Maße, Oberflächen und Geometrien zu den typischen Prüfmerkmalen. Für jede industrielle Qualitätsprüfung braucht es deshalb abgestimmte Verfahren und Bewertungskriterien. Einen Überblick geben die Branchen mit hohen Qualitätsanforderungen.

Externe Qualitätskontrolle: sinnvoll bei Engpässen und Sonderprüfungen

Externe Qualitätskontrolle bietet Unterstützung, wenn interne Kapazitäten oder benötigte Prüftechnik kurzfristig fehlen. Typische Anlässe sind Reklamationen, auffällige Chargen, Produktionsanläufe, Auftragsspitzen sowie zeitkritische Sortieraktionen.

Je nach Prüfauftrag arbeiten externe Teams direkt im Kundenwerk oder an einem Standort des Dienstleisters. So lassen sich klar abgegrenzte Prüf-, Sortier- und Nacharbeitsaufgaben bedarfsgerecht übernehmen.

Eine solche Zusammenarbeit kann die Qualitätssicherung flexibel erweitern, ersetzt interne Zuständigkeiten jedoch nicht grundsätzlich. Verantwortlichkeiten, Prüfkriterien, Dokumentation und Freigabewege sollten deshalb vor dem Einsatz eindeutig abgestimmt sein.

Qualitätskontrolle beauftragen: Auf diese Standards sollten Sie achten

Bevor ein Prüfauftrag startet, sollten Prüfmerkmale, Toleranzen, IO-/NIO-Kriterien und Eskalationswege eindeutig feststehen. Achten Sie außerdem auf geeignete Messtechnik, nachweislich kalibrierte Prüfmittel, qualifiziertes Personal und eine Dokumentation, die Ergebnisse bis zur Charge zurückverfolgbar macht.

Auch Erfahrung und zertifizierte Managementsysteme geben Orientierung. Credo-Serve verbindet mehr als 30 Jahre Prüfpraxis mit ISO 9001:2015 und ISO 14001:2015. Die Zertifikate von Credo-Serve können Sie online einsehen. Mehr über Credo-Serve zeigt das Unternehmensporträt.

Qualitätskontrolle für Ihre Produktion jetzt anfragen

Sie möchten Prüfkapazitäten kurzfristig erweitern oder eine klar abgegrenzte Qualitätskontrolle vergeben? Credo-Serve unterstützt Sie bei externen Prüfungen, Sortierarbeiten, Nacharbeiten und automatisierten Prüfprozessen.

Für eine erste Einschätzung genügen Angaben zu Bauteil, Stückzahl, Fehlerbild, Einsatzort und gewünschtem Zeitraum. Übermitteln Sie diese direkt über das Formular: Prüfauftrag jetzt anfragen.

Häufige Fragen zur Qualitätskontrolle in der Produktion

Wie engmaschig sollte geprüft werden, welche Kennzahlen sind aussagekräftig und welche Angaben erleichtern die Auftragsplanung? Die folgenden Antworten greifen drei häufige Praxisfragen zur Qualitätskontrolle in der Produktion auf.

Wie häufig sollte eine Qualitätskontrolle in der Produktion stattfinden?

Die Prüfhäufigkeit richtet sich nach Fehlerrisiko, Prozessstabilität, Stückzahl und Kundenvorgaben. Neue oder auffällige Prozesse sollten engmaschiger kontrolliert werden. Bei funktions- oder sicherheitskritischen Merkmalen kann eine dokumentierte 100-Prozent-Prüfung erforderlich sein.

Welche Kennzahlen zeigen die Qualität eines Produktionsprozesses?

Aussagekräftig sind Ausschussquote, Nacharbeitsquote, Fehlerhäufigkeit, Reklamationsquote und First-Pass-Yield. Dieser beschreibt den Anteil der Teile, die einen Prozess ohne Nacharbeit erfolgreich durchlaufen. Erst die Entwicklung über mehrere Prüfzeiträume macht Trends sichtbar.

Welche Angaben benötigt Credo-Serve für die Planung eines Prüfauftrags?

Für die Planung benötigt Credo-Serve Angaben zu Bauteil, Stückzahl, Fehlerbild, Prüfmerkmalen, Toleranzen, Einsatzort, Zeitraum und gewünschter Dokumentation. Zeichnungen, Prüfanweisungen, Grenzmuster oder Referenzteile helfen dabei, den Prüfumfang eindeutig festzulegen.

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